In der Presse nichts Neues: Hands-only
16.04.08Vor kurzem war sie in der Presse : Die »Erkenntnis aus einer neuen Studie amerikanischer Kardiologen «, dass eine Herzdruckmassage ohne Beatmung – Hands-only – effektiver ist, als die in Erste-Hilfe-Kursen gelehrte Kombination aus Beatmung und Herzdruckmassage.
Nun, genau genommen ist diese Erkenntnis weit über fünf Jahre alt und findet sich auch in den aktuellen europäischen Empfehlungen zur Herz-Lungen-Wiederbelebung wieder. Dort heißt es:
»Laypeople should, therefore, be encouraged to perform compression-only CPR if they are unable or unwilling to provide rescue breaths, although combined chest compression an ventilation is the better method of CPR (ERC Guidelines 2005).«
Die Empfehlung der Amerikaner unterscheidet sich deshalb kaum von denen des European Resuscitation Council (ERC). Aktuell hat die American Heart Association (AHA) diese neue/alte Empfehlung für eine Kampagne aufgegriffen, die dem untrainierten Laien zu einem schnellen Notruf und “Press hard and fast” ohne Beatmung rät, bis professionelle Hilfe eintrifft. Da es sich in Erste-Hilfe-Kursen um trainierte Laien handelt, kommt diese Aussage nicht nur hier, sondern auch in den USA weniger zum Tragen.
Die von der deutschen Presse aufgegriffene US-Veröffentlichung ist somit nur eine weitere Beobachtungsstudie der altbekannten “Hands-only”-Methode. Es fehlen jedoch noch die Erfahrungswerte, um auch trainierte Laien generell zu einem Beatmungsverzicht während der Herz-Lungen-Wiederbelebung zu raten. In der zitierten Studie heißt es deshalb auch: “Many questions remain unanswered.” So ist es.
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